Karpfen
Der Karpfen stammt ursprünglich aus China, wo er bereits 500 vor Christus gezüchtet wurde und sich von dort aus in ganz Asien verbreitete. Die Römer brachten später den Karpfen nach Europa. Allerdings wurde er als Speisefisch erst unter Karl dem Großen bekannter, der für den Karpfen auf seinen Gütern Zuchtteiche anlegen ließ. Erst im Mittelalter errang der Karpfen als Speisefisch große Bedeutung, da er als Fleischersatz in den über 100 Fastentagen im Jahr eine wichtige Rolle spielte. Mönche züchteten damals die ersten Wildkarpfen in ihren Klöstern und brachten so auch Abwechslung auf die Tische außerhalb der Klostermauern.
Heute zählen rund 2500 verschiedene Fischarten zur Familie der Karpfenfische. Als gezüchteter Speisefisch hat er eine Länge von ungefähr 35cm und wird etwa 1 Kg schwer. Karpfen können unter optimalen Lebensbedingungen bis 30 Kg schwer, 150cm lang und 50 Jahre alt werden. Optisch zeichnet er sich durch seine 4 Barteln aus, von denen die oberen kürzer als die unteren sind. Der Körper ist hochrückig und wirkt dadurch etwas gedrungen. Charakteristisch sind sein rüsselartiges, vorsgestülptes Maul und seine nur schwach gegabelte Schwanzflosse, sowie die je nach Art, kräftigen Rückenflossen, die von bis zu 26 Strahlen gestützt werden.
Die Färbung der Fische kann unterschiedlich sein und ist abhängig vom Gewässer, in dem er lebt. So sind Karpfen in Moorteichen dunkler, als ihre Verwandten aus klaren Gewässern. Der Mensch hat durch seine zahlreichen Züchtungen nicht nur die Körperform beeinflusst, sondern auch die Beschuppung hinsichtlich der Bedeckung und der Größe der einzelnen Schuppen, die naturgemäß bei Verlust nachwachsen. Als Friedfisch ernährt er sich hauptsächlich von Pflanzenteilen und Insekten, aber auch von wirbellosen Kleintieren und von Jungfischen, die er bei Einbruch der Dämmerung und Nachts hauptsächlich auf dem Grund sucht. Er ist sehr vorsichtig und scheu. Der Wildkarpfen ist die Urform aller Karpfen, von dem alle Züchtungen abstammen.