Fischzucht und Aquakultur
Unter Aquakultur versteht man die Aufzucht von Meeres- oder Süßwasserfisch unter kontrollierten Bedingungen in dafür vorgesehenen Anlagen, die nicht öffentlich zugänglich, sondern besitzergebunden sind. Diese Art der Aufzucht von Fischen und anderen im Wasser lebenden Tieren, wie Muscheln oder Krebsen, gewinnt auch in Deutschland auf Grund von Überfischung zunehmend an Bedeutung. Denn Aquakultur macht ein mengenunabhängiges, sowie qualitativ hochwertiges Angebot möglich und schont dabei die natürlichen Ressourcen. Die größten Mengen aus Aquakulturen kommen aus China, Indien, Japan und von den Philippinen, während Europa nur einen marginalen Anteil hat. In der in Deutschland seit Jahrhunderten vorherrschenden Teichwirtschaft, werden in erster Linie Karpfen und Forellen, sowie vereinzelt auch Aal und als Kaviarlieferant Stör herangezogen. Dabei werden die Zuchtfische in stehenden, ruhigen Gewässern, die sich beispielsweise für Karpfen, Hecht oder Zander gut eignen, gezüchtet. Fische wie die beliebte Forelle, der Saibling oder die Äsche werden in Fließwasseranlagen gehalten, da sie niedrige Temperaturen und einen hohen Anteil an Sauerstoff benötigen. Dabei ist ein beachtlicher Energieaufwand nötig, um das Wasser durch die Anlagen zu fördern. I
n der Netzhegehaltung, die auch im offenen Meer bzw. in Buchten angewendet, und dann als Marikultur bezeichnet wird, werden die Fische in großen Käfigen oder Netzen direkt im Wasser gehalten. Als bekanntes Beispiel kann hier der Lachs aus norwegischen Fjorden dienen. Unabhängig von einer natürlichen Umgebung, gestaltet sich die zukunftsweisende Fischzucht in geschlossenen Kreislaufanlagen. Die dazu notwenigen großen Becken stehen in riesigen Hallen. Die Fische in den Becken werden über ein geschlossenes Wasserkreislaufsystem mit sauberem, genau kontrolliertem Wasser versorgt. Der Verbrauch von frischem Wasser ist deswegen gering, da das gebrauchte Wasser innerhalb der Anlage neu aufbereitet wird. Die Anlagen werden von Umwelteinflüssen geschützt und haben eine hohe Besatzdichte. Dafür dürfen in geschlossenen Kreislaufanlagen keine Antibiotika verwendet werden, denn das Wasser wird biologisch geklärt. Die notwendige Wärmeenergie wird aus Biogasanlagen gewonnen.